Am Valentinstag, dem 15.2. 2019 nahm DigiTS im Congress Center Frankfurt an der mit über 3500 Teilnehmern größten Kongressmesse zur Digitalisierung in Hessen teil. Trotz der vielen IT-lastigen Vorträge und Aussteller bestätigten alle Keynote Speaker und viele der weiteren Sprecher auf den insgesamt 5 Bühnen unsere Sichtweise als DigiTS, daß für den Erfolg der digitalen Transformation die Unternehmenskultur, eine agile Organisation und die Veränderungsbereitschaft/-fähigkeit entscheidend sei. 

Nach der Eröffnung durch Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus erläuterte der kürzlich in den Ruhestand getretene CIO der Fraport AG, Dr. Roland Krieg, die vier Komponenten der erfolgreichen Digitalisierungsstrategie des Unternehmens: 1. Digitales Unternehmen 2. Digitale Arbeitswelt 3. Neue digitale Geschäftsmodelle und 4. Digitales Kundenerlebnis. Spannend in diesem Zusammenhang seine Aussage, daß Fraport nicht durch die Flüge an ihren Flughäfen, sondern nur an dem Einzelhandel in den Flughäfen Geld verdient. Und sehr klar auch seine Ansage, daß die Freude an Innovationen bei den Mitarbeitern geweckt und damit eine positive Haltung zur digitalen Transformation erreicht werden muß.

Auch Stefan Hentschel, Industry Leader bei Google Deutschland, zeigte auf, daß die „faktischen“ Dinge wie Prozesse und Werkzeuge nur die sichtbare Spitze des Eisberges für die digitale Transformation darstellen. Der viel größere und unsichtbare Teil „unter Wasser“ des Eisberges, die psychologische Ebene mit Themen wie Werte, Gewohnheit, Sicherheit, Wünsche u.v.m. wird in Deutschland leider viel zu häufig vernachlässigt, und das obwohl 61% der deutschen Unternehmen Kultur als größtes Hindernis für die digitale Transformation sehen. Digitale Transformation bedeutet nämlich nicht nur die Veränderung einzelner Komponenten, sondern des ganzen Systems. Erfolgreiche Unternehmen arbeiten jetzt schon Dingen, mit denen sie in Zukunft Ihr Geld verdienen können, und bauen dies stetig neben Ihrem Kerngeschäft aus, damit es rechtzeitig das jetzige Kerngeschäft ersetzen kann. Als Beispiel nannte er den Staubsaugerherstellers Dyson mit seinem Vorhaben, in 2020 ein Elektroauto an den Markt zu bringen (https://www.welt.de/wirtschaft/article169075253/Staubsaugerhersteller-Dyson-will-radikal-andere-E-Autos-bauen.html).  Seine top drei Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Transformation sind daher Kulturwandel als Differenzierungsfaktor, „Pretotyping“ als Synonym für einfach mal probieren und davon lernen, und „groß denken, klein starten, und flexibel handeln.“

Dr. Consuela Utsch von Acuroc stellte intensive und transparente Kommunikation sowie das Zuhören und Zulassen von Ideen in den Mittelpunkt erfolgreicher Transformationsbemühungen. Durch das Erarbeiten und Kommunizieren des „Wie“, „Wann“, „Wozu“ und „Was bedeutet es für mich/ wo lande ich“ nimmt man Menschen im Unternehmen die Angst vor der Veränderung. Ein wichtiger Baustein dafür ist das Befähigen der Manager durch Coaching, selbst Mitarbeiter durch den Veränderungsprozess zu begleiten.

Thomas Keck von ELABS nannte Offenheit und Bereitschaft zur Vernetzung als wichtige Voraussetzung, um Nutzen digital zu erschaffen. Eine digital vernetzte Wertschöpfung führt auch zu einer tieferen Verankerung in der Wertschöpfungskette des Kunden. Kundenerwartungen treiben den digitalen Wandel, schon jetzt finden 85% der Kundenkommunikation nahe Echtzeit statt und 79% davon via mobile Apps und Self-Service Portale. Damit Unternehmen den Wandel schaffen, sollten sie statt eines „Chief Digital Officers“ einen „Chief Psychology Officer“ einstellen.

Dominik Unziker von UHP stellte in seinem Vortrag die Frage, welches Projektvorgehen für die Digitalisierung -rein In-House, rein Partner-getrieben, oder ein hybrides Vorgehen—das Erfolgversprechendste sei. Wie auch DigiTS war sein Schluß: das hybride Vorgehen vereinigt das Beste beider Welten – Effektivität und Geschwindigkeit durch Expertenunterstützung bei gleichzeitigem Bilden der Kompetenz im Unternehmen und hohe Identifikation durch das eigene Umsetzen.

„Digitale Transformation ist Chefsache“ betonte Thomas Griess von Digitransform -Chefs haben eine Vorbildfunktion, Mitarbeiter schauen sich vieles von ihnen ab. Er nannte als nicht nachzuahmendes Beispiel eine Bank, in der alles in Gemeinschaftsbüroflächen umgewandelt werden sollte, um die Zusammenarbeit zu stärken, der Vorstand aber nicht bereit war, seine 65 qm Einzelbüros abzugeben. Anhand der eigenen Smartphone Nutzung spürt jeder selbst, wie zentral digitale Kundenansprache und die Schaffung digitaler Kundennutzen selbst bei „Digital Immigrants“ ist, von den jüngeren Generationen („Digital Natives“) ganz zu schweigen. Seine top drei Handlungsfelder für einen erfolgreichen digitalen Wandel im Unternehmen: Haltung, Wissen, und vertriebliche Übersetzung der digitalen Mehrwerte ggü. Kunden wie auch Mitarbeitern.

In einer weiteren großen Keynote verriet Dr. Markus Pfuhl, Chief Digital Officer der Viessmann Gruppe, einem der „Hidden Champions“ der deutschen Industrie, die 4 Stufen Ihrer erfolgreichen Digitalisierung: „1. Awareness“ – breite Aufmerksamkeit im Unternehmen und einen „Sense of Urgency“ schaffen sowie gemeinschaftlich eine Strategie erarbeiten. „2. Enablement“ – möglichst viele Menschen in den Ideenfindungsprozess involvieren und ausprobieren. „3. Execution“ – neue Prozesse, Plattformen und Dienstleistungen umsetzen und Experten engagieren, um die Veränderungen zu skalieren. „4. Institutionalization“ – Führung und Kultur, Wissen und Fähigkeiten, organisatorische Veränderungen, und neue Arbeitswelten. Dies ist aber nur möglich, wenn man bereit ist, schon ab Stufe 1 die bisherigen starren, hierarchischen Organisationsformen beiseite zu lassen: „Well-managed companies fail because they are well-managed“ (Prof. Clayton M. Christensen, The Innovator’s Dilemma)

Im Rahmen der Konferenz konnten wir viele interessante Gespräche mit Kunden und Partnern führen, die uns wie die Ausführungen der Sprecher auch darin bestätigen, als DigiTS mit dem richtigen Unterstützungsangebot für die digitale Transformation deutscher Unternehmen am Markt zu sein: Anleitung und Moderation des gemeinschaftlichen Kreativitätsprozesses zur Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, vertriebliche Übersetzung und Umsetzung, und Coaching von Führungskräften und Mitarbeitern als Hilfe zur Selbsthilfe (www.digi-ts.de).